8 Tipps für erfolgreiche Elterngespräche

Publiziert am um von Michael Walder

Elterngespräche sind sicher nicht die Lieblingsbeschäftigung von uns Lehrkräften, sind sie doch oft zusätzlicher Aufwand und meistens trifft man sich sowieso nur mit den selben Eltern einiger Schülern und Schülerinnen die Schwierigkeiten machen. Elternarbeit ist aber ein wichtiger Anteil unseres Jobs und es wird mir je länger je mehr bewusst, dass es sich lohnt hier anfänglich Zeit zu investieren, da man sich später viel Ärger und unnötige Diskussionen ersparen kann. Ich habe Elterngespräche schon oft als Elternteil oder Lehrerteil erlebt deshalb beinhalten meine Tipps beide Aspekte. Hier also einige Tipps:

  • Beginne positiv: Ein «schön, dass Sie die Zeit gefunden haben hier zu sein» oder «danke für Ihre Bemühungen» schafft eine gute Atmosphäre. Hebe die positiven Eigenschaften des Kindes hervor. Frage was das Kind zu Hause von der Schule erzählt, wie es mit den Hobbys läuft. Die meisten Eltern beginnen dann auch über negative Entwicklungen von zu Hause zu erzählen. Es ist wesentlich einfacher für ein Problem eine Lösung zu finden, wenn die Eltern es ansprechen, als wenn wir Lehrer darauf aufmerksam machen.
  • Lasse dich nicht zu einer Entscheidung drängen: Gerade wenn es um Empfehlungen für eine höhere Schulstufe geht, argumentieren Eltern mit Noten und positiven Einzelereignissen, damit die Empfehlung zustande kommt. Wenn es zu keiner Einigung kommt ist es besser das Gespräch zu unterbrechen und darauf hinzuweisen, dass man die Resultate noch mit der Schulleitung oder dem Kollegium besprechen möchte. So gewinnt man Zeit für Argumente und die Eltern hoffentlich für Einsicht.
  • Gib den Eltern Bedenkzeit: Gerade bei Gesprächen über reduzierte Lernziele oder eine allfällige Umteilung in eine Sonderklasse brauchen die Eltern Zeit über das Gesprochene nachzudenken. Biete Ihnen an sie in ein paar Tagen wieder anzurufen oder dass sie sich an einem bestimmten Tag wieder bei dir melden
  • Finde heraus wer zu Hause entscheidet: Wenn bei westeuropäischen Familien anzunehmen ist, dass beide Elternteile gleichberechtigt sind, kann das bei Familien aus anderen Kulturen ganz anders sein. Dieses Thema kann auch einmal in der Klasse besprochen werden und die Aussagen der Kinder bringen oft wertvolle Erkenntnisse für die Elternarbeit. Es gibt Familien die eher clanartig organisiert sind und z.B. der Grossvater derjenige ist, der am meisten Einfluss hat. Wenn es gelingt mit ihm zu reden, wird die Wirkung wesentlich besser sein, als wenn das Gespräch mit den Eltern stattfindet.
  • Führe heikle Gespräche mit Verstärkung: Weitere Kolleginnen und Kollegen können deine Aussagen bestätigen und eine andere Sichtweise einbringen. Das reicht häufig, um die Eltern zur Einsicht zu bringen. Übertreibe es aber nicht: Ein Aufmarsch von mehr als 3 Lehrpersonen sehen eher wie ein Feldzug aus und weniger als kooperatives Angebot.
  • Konzentriere dich auf wenige Kernprobleme: Es ist naheliegend zu denken: Wenn die Eltern schon mal da sind, dann thematisieren wir alle Probleme auf einmal. Das führt aber zu nichts. Die Eltern fühlen sich vor den Kopf gestossen und blocken im schlimmsten Fall jegliche Kooperation ab.
  • Schlage 3-5 konkrete und leicht verständliche Massnahmen vor: Z.B. bei Wutausbrüchen zu Hause wird erst diskutiert, wenn sich das Kind oder der Erwachsene beruhigt haben. Oder: Wir lesen nur 10 Minuten, dafür aber jeden Tag.
  • Nimm dir Zeit: Wer versucht die Hälfte der Elterngespräche einer Klasse im 10 Minuten Rhythmus durch den Nachmittag zu pauken wird von den Eltern keine Wertschätzung erhalten. Es entsteht der Eindruck man möchte sie möglichst schnell wieder loswerden. 20 bis maximal 30 Minuten finde ich eine gute Zeit. Denk daran: Ein gutes Elterngespräch schafft Vertrauen und dies wiederum erleichtert die Kommunikation in der Zukunft.

Haben dir diese Tipps bei deinem Elterngespräch geholfen? Was ist dein Tipp für ein gutes Gespräch? Schreibe es als Kommentar.

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